Montag, 28. Mai 2018

AG München: Im Garten einer Wohnanlage darf ohne Zustimmung der übrigen Miteigentümer kein Gartenhaus errichtet werden

Urteil vom 14. Februar 2017, 484 C 22917/16

Das Amtsgericht hatte über einen Fall zu entscheiden, bei dem im Gartenanteil eine Gartenlaube abgerissen und durch ein Gartenhaus ersetzt worden ist. Zuvor hatte die betroffene Eigentümerin aber keinen Beschluss der Eigentümerversammlung zur Errichtung eines Gartenhauses eingeholt. Nach der Gemeinschaftsordnung war das Aufstellen einer Gartenlaube erlaubt.

Die Teilungserklärung sah vor, dass jeder Wohnungseigentümer seine von dem Sondernutzungsrecht betroffenen Gegenstände verändern kann, vorbehaltlich der architektonischen und ästhetischen Beeinträchtigung der Wohnanlage. Das Gericht war der Auffassung, dass sich das Gartenhaus optisch abhebt und damit das äußere Erscheinungsbild der Wohnanlage erheblich verändert wird. Das Gartenhaus war braun und sehr wuchtig, die Gartenlaube dagegen war mit Efeu überwachsen und hat sich in die Umgebung eingefügt. Aber auch die Gestaltung des Holzhauses war anders als zuvor bei der Gartenlaube. Die Gartenlaube war zu einer Seite hin offen, was bei dem nun aufgestellten Gartenhaus nicht mehr der Fall war. Die Maße des Gartenhauses waren zudem größer als die der Gartenlaube. Der Klage auf Beseitigung wurde daher stattgegeben.